Die Schweizer Armee kennt 25 Grade — von Rekrut über Soldat, Korporal und Hauptmann bis zum General, der nur im Aktivdienst existiert. Hier ist die komplette Übersicht mit Abkürzungen, gefolgt von den Regeln, die am häufigsten falsch verstanden werden.
Alle Grade auf einen Blick
| Stufe | Grade (Abkürzung) |
|---|---|
| Mannschaft | Rekrut (Rekr) · Soldat (Sdt) · Gefreiter (Gfr) · Obergefreiter (Obgfr, abgeschafft 2019) |
| Unteroffiziere | Korporal (Kpl) · Wachtmeister (Wm) · Oberwachtmeister (Obwm) |
| Höhere Unteroffiziere | Feldweibel (Fw) · Fourier (Four) · Hauptfeldweibel (Hptfw) · Adjutant Unteroffizier (Adj Uof) · Stabsadjutant (Stabsadj) · Hauptadjutant (Hptadj) · Chefadjutant (Chefadj) |
| Offiziere | Leutnant (Lt) · Oberleutnant (Oblt) · Hauptmann (Hptm) · Major (Maj) · Oberstleutnant (Oberstlt) · Oberst (Oberst) · Fachoffizier (Fachof) |
| Höhere Stabsoffiziere | Brigadier (Br) · Divisionär (Div) · Korpskommandant (KKdt) |
| Aktivdienst | General (Gen) |
Mannschaft: Rekrut, Soldat, Gefreiter
Während der RS bist du Rekrut. Nach bestandener Grundausbildung wirst du Soldat — in der Praxis meist nach Truppengattung benannt (Infanterist, Grenadier, Kanonier, Pionier, Motorfahrer, Sanitätssoldat …).
Der Gefreite ist die erste Auszeichnung: Er befähigt zur Stellvertretung des Gruppenführers. Wichtig — und das überrascht viele: Die Beförderung passiert nicht automatisch. Es braucht eine Qualifikation von «sehr gut» und mindestens 20 Ausbildungstage in den Formationen; der Kompaniekommandant spricht die Beförderung aus. Dafür gibt es höheren Sold.
Der Obergefreite (2004 eingeführt für Spezialisten) wurde per 1. Januar 2019 abgeschafft — wer ihn trägt, hat ihn vorher erreicht.
Unteroffiziere: der Einstieg ins Kader
Mit dem Korporal beginnt die Kaderlaufbahn: Er führt als Gruppenführer 6–10 Soldaten. Der Wachtmeister führt erfahrenere Gruppen oder übernimmt Spezialaufgaben. Wer «weitermacht», investiert zusätzliche Diensttage — bekommt dafür aber Führungserfahrung, die auch zivil zählt (mehr dazu im Kader-Bereich des Armeekompass).
Höhere Unteroffiziere: das Rückgrat der Einheit
Feldweibel (Disziplin und Organisation der Einheit), Fourier (Verpflegung, Finanzen, Material) und Hauptfeldweibel («Mutter der Kompanie») halten den Laden am Laufen. Die Adjutanten-Grade (Adj Uof bis Chefadjutant) sind erfahrene Berufs- und Miliz-Unteroffiziere auf Stufe Bataillon und höher.
Offiziere: vom Leutnant zum Oberst
Der Leutnant führt als Zugführer 30–40 Soldaten — der klassische erste Offiziersgrad nach der Offiziersschule. Es folgen Oberleutnant, Hauptmann (Kompaniekommandant, ~100–200 AdA), Major, Oberstleutnant (Bataillonskommandant) und Oberst. Der Fachoffizier ist ein Spezialfall: Fachspezialisten (z. B. Ärzte, IT) mit Offiziersfunktion ohne klassische Führungslaufbahn.
Höhere Stabsoffiziere und der General
Brigadier, Divisionär und Korpskommandant führen Brigaden, Divisionen und die Armee — der Korpskommandant ist der höchste Grad im Frieden (z. B. der Chef der Armee). Einen General gibt es nur im Aktivdienst: Er wird bei einer Mobilmachung von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt — zuletzt Henri Guisan im Zweiten Weltkrieg.
Gradabzeichen lernen — fürs Grüssen und für die Prüfung
In der RS musst du Grade auf einen Blick erkennen. Im Armeekompass gibt es dafür Lernkarten mit allen Gradabzeichen plus Quiz — kostenlos ausprobieren. Und wenn du wissen willst, wie deine eigene Laufbahn aussehen könnte: Der Funktionsfinder zeigt für alle 125 Funktionen, welches Dienstmodell und welche Kaderwege möglich sind.
Wie es überhaupt zur Gradverteilung kommt, entscheidet sich übrigens an der Rekrutierung — und den Grundstein legst du mit einem guten Fitnesstest-Resultat.
Häufige Fragen
Welchen Grad habe ich nach der RS?
Soldat — der niedrigste Dienstgrad und häufigste Mannschaftsgrad. Die Bezeichnung richtet sich oft nach der Truppengattung: Infanterist, Grenadier, Kanonier, Pionier, Motorfahrer oder Sanitätssoldat.
Wird man in der Schweizer Armee automatisch zum Gefreiten befördert?
Nein. Anders als in vielen anderen Armeen gibt es keine automatische Beförderung nach Dienstzeit. Für den Gefreiten braucht es eine Mindestqualifikation von «sehr gut» und mindestens 20 Tage Ausbildungsdienst in den Formationen; befördert wird durch den Kompaniekommandanten.
Was ist der höchste Grad der Schweizer Armee?
Im Frieden ist Korpskommandant der höchste Grad — ihn tragen etwa der Chef der Armee. Der Grad General existiert nur im Aktivdienst: Ein General wird erst bei einer Mobilmachung von der Bundesversammlung gewählt.
Gibt es den Obergefreiten noch?
Nein. Der 2004 geschaffene Grad wurde per 1. Januar 2019 abgeschafft; seit 2018 gab es keine Beförderungen mehr. Wer den Grad vorher erreicht hat, trägt ihn weiterhin.
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